" Zu Wasser und zu Land, aktiv sein im Ruhestand "

Freizeit  oder  Regattasegeln ?

Viele Menschen segeln gerne.

Manche Menschen segeln gerne schnell und lieben es, die Launen der Natur auszunutzen.

Der beste Weg dazu führt zweifellos über das Regattasegeln!

Der Freizeitsegler sucht die Natur als Ausgleich zum täglichen Alltag. Er freut sich über Entspannung, etwas Bewegung, frische Luft und die Abwechslung die ihm eine Segelpartie  oder ein Seetörn bringt.

Der Regattasegler sucht hingegen die sportliche Auseinandersetzung mit Gleichgesinnten. Er freut sich natürlich auch über die gute Luft, das schöne Panorama und die Geselligkeit. Doch darüber hinaus  setzt sich der am Wettkampf orientierte Segler  weitergehende Ziele: 

-  Er will gewinnen.

-  Er will sich verausgaben.

-  Er will aus seinem Boot die maximale Leistung herausholen.    

-  Er will sein Boot bis an die Vermessungsgrenzen  verbessern.

-  Er wíll seine Gegner taktisch und seglerisch überlisten.

-  Er will die unstete Antriebskraft des  des Windes beherrschen lernen.

-  Er will bei allen Bedingungen sicher und schnell segeln; auf  der Kreuz  wie vor dem Wind , bei Leichtwind   wie bei Starkwind, unabhängig von Regen, Welle oder Strömung. 

Aus dieser Zielsetzung heraus wird deutlich, dass Regattasegeln zu den vielseitigsten und anspruchsvollsten Sportarten zählt.  Es versteht sich von selbst, dass der materielle Aufwand beim Wettsegeln größer ist.  Auch die zeitliche Inanspruchnahme unterscheidet sich deutlich. Während  das Freizeitsegeln sich den beruflichen und privaten Terminen unterordnet, ist es beim Regattasegeln fast umgekehrt.  Hier muss der Job und die private Planung oft auf den Regattakalender Rücksicht nehmen.  Schon früh im Jahr wird das Boot aufgerüstet und das Training beginnt zu einer Zeit, in der ein Freizeitkapitän noch lange nicht ans Auswintern denkt.  Regen und Kälte halten einen Regattafreak nicht auf, auch wenn es bei Wärme und Sonnenschein  angenehmer ist.  Eigentlich ist nur der Wind von Bedeutung.  Daher kann er oft den Gelegenheitssegler nicht verstehen, wenn dieser mit seinem Boot stundenlang in der Flaute dümpelt. 

Glücklicherweise hat der Segelsport verschiedenen Facetten und jeder kann entscheiden in welches Muster er passt.  So wird der engagierte Freizeitsegler die in seinem Verein gebotenen Möglichkeiten nutzen, um seine seglerischen Fertigkeiten  weiter zu entwickeln. Keiner braucht sich zu scheuen, an einer Clubregatta  teil zu nehmen.  Auch wenn am Anfang nicht alles klappt  -  jeder weiß , dass man irgendwo anfangen muss. In jedem Falle sind das die ersten Schritte zu einer höheren Stufe  des Segelns. 

Nur Mut!        

Ein Beispiel:

Selbst wenn du mal, nach einem verhaltenen Start, am Ende des Feldes zur Luvtonne segelst,  findest du noch einige Boote  mit denen du dich auseinandersetzen  kannst.  Da knüppelt ein Boot vor dir eine irre Höhe und stört deinen Wind. Du fällst etwas ab und ziehst mit Speed  in Lee unter ihm durch.  Gut so,  schon wirst du mutiger und erkämpfst dir an der Raumtonne vor einigen Booten die Innenposition . Wieder hast du zwei Plätze gut gemacht. Da - eine Böe fällt ein, du luvst und greifst den nächsten Gegner an. Doch der hat aufgepasst, zieht mit hoch und wehrt den Angriff ab.  Um einen Luvkampf zu vermeiden, setzt  du dein Boot auf seine Heckwelle und wartest auf die nächste Gelegenheit.  Das Runden der Leetonne beginnst du in weitem Bogen und kommst mit maximaler Höhe und Fahrt aus den Abwinden deines Gegners heraus. Dein Kontrahent liegt, hinter deinem Vorsegel verborgen,  in Lee voraus. Du beobachtest ihn,  falls er wendet oder luvt.  Boot aufrecht halten  ... lass es laufen.  Langsam, ganz langsam kommst du ihm näher. Ein Test für Nerven und Muskeln und auch für den Bootstrimm.  Plötzlich ... ein Schraler  ...  du wendest  und liegst jetzt knapp vor deinem Gegner.  Sein Bug patscht hinter dir in die Wellen ... und du wagst es nicht dich umzudrehen.  Doch das Ziel ist nicht mehr weit.  Geh etwas höher ran und gib ihm deinen Abwind.  Schon verliert er etwas Fahrt und du näherst dich mit einer Bootslänge Vorsprung der Ziellinie, wo dich ein erlösendes "Tuut" empfängt.    Du bist erschöpft, aber du fühlst dich wunderbar.  Es war ein aufregender Kampf und du hast ihn gewonnen ...  vier Boote sind hinter dir geblieben!                                                                                               

Das ist das Schöne am Regattasegeln. Jede Wettfahrt läuft auf verschiedenen Ebenen ab, in denen man sich bewähren kann. Die Auseinandersetzungen auf dem Wasser verbindest die Segler auch nach der Wettfahrt und führt oft zu echter Kameradschaft.  Mit zunehmender Erfahrung und Regattapraxis kann jeder einige Stufen in der Seglerhierarchie überwindund zum Erfolg kommen.

Anfänglich ist für den Freizeitkapitän die Faszination des Wettsegelns kaum verständlich. Doch wenn er das packende Gefühl und den gewissen Kick mal am eigenen Körper verspürt hat, wird er auch bei der nächsten Clubregatta wieder antreten, um zu kämpfen, zu beißen und Spaß zu haben. Und wenn es nicht immer nach Wunsch verläuft ... nicht verzagen "Nobody is perfect".Schließlich ist der Letzte einer Wettfahrt immer noch besser, als der selbsternannte Experte an Land, der sein Boot unbenutzt am Steg liegen lässt!

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